23Apr/17
Kartoffel-Sellerie-Stampf

April-Essen: Kartoffel-Sellerie-Stampf und Sehnsucht nach Sommer

Vor einer Woche noch im T-Shirt draußen gesessen, dann plötzlich Schnee, dann wieder ein Tag Sonne bei kalten Temperaturen, gefolgt von einem Tag Nieselregen – der April bleibt seinem Image treu. Die letzten zwei Wochen hatte ich fast alle Jacken die ich besitze einmal an und bin schon leicht verwirrt, ob jetzt Frühling oder Herbst oder was-auch-immer ist.

Passend zu diesem Wetter habe ich ein sehr un-saisonales Essen für euch. Kartoffel und Knollensellerie klingen eher nach Winteressen, aber dazu kommt ein sommerliches Gemüse mit Aubergine, Paprika und Tomaten. Die Idee hierfür stammt aus dem Buch mit dem leicht irreführenden Titel “La Veganista – Iss dich glücklich mit Superfoods”. In dem geht es nicht um die typischerweise als Superfood bezeichneten Nahrungsmittel, sondern um lokale Varianten. Ich bin so oder so kein Fan dieses Begriffs, aber es sind einige schöne Rezepte darin. Außerdem schreibt sich das Buch saisonale Küche auf die Fahne, was ich mit diesem speziellen Rezept nicht ganz in Einklang bringen kann. Wobei es Knollensellerie und Kartoffeln natürlich ganzjährig gibt, insofern habe ich es vielleicht doch einfach zur falschen Zeit gekocht?

Das erste Mal habe ich dieses Rezept bei Freunden zubereitet, kurz darauf nochmal für mich, weil ich es so gut fand. Mit der Originalvorlage hat zumindest das Gemüse allerdings nicht mehr so viel zu tun, dort wurde nach Sivripaprika verlangt und außerdem mit Sternanis, Datteln und Oliven gearbeitet. Ich habe es für den Kochabend an unsere kulinarischen Vorlieben angepasst und etwas konservativer gewürzt. Für den Extra-Paprikakick kommt Ajvar mit hinein, den ich sehr gerne mag und der das Gemüse herrlich würzig macht. Dazu der eher schlichte aber trotzdem aromatische Kartoffelstampf – sehr fein. Löffelbares Seelenfutter für triste Tage egal welcher Jahreszeit.

 

Kartoffel-Sellerie-Stampf mit Sommergemüse

Saisonales Cross-Over, schmeckt im Sommer aber am besten - oder bei winterlich-akuter Sommersehnsucht

Kartoffel-Sellerie-Stampf mit Sommergemüse

Zutaten

für 3-4 Portionen

    Für den Stampf:
  • 600 g vorwiegend festkochende (oder mehlige) Kartoffeln
  • 300 g Knollensellerie
  • 150 ml Milch (Kuh- oder Pflanzen-)
  • 200 ml Wasser
  • Prise Muskat
  • Salz
  • Stich Butter oder Margerine
    Für das Sommergemüse:
  • 1 Aubergine
  • 1 grüne Paprika
  • 1-2 Zwiebeln
  • 1/2 rote Paprika
  • 1 kleine Fleischtomate (oder 3 EL stückige Tomaten aus der Dose)
  • 2 Knoblauchzehen
  • Rosmarin (am besten frisch)
  • 1 EL Ajvar
  • 1 EL Tomatenmark
  • Salz, Pfeffer
  • ca. 3 EL Olivenöl

Zubereitung

  1. Für den Stampf Kartoffeln und Sellerie schälen und in Würfel mit etwa 1-1,5 cm Kantenlänge schneiden. Zusammen mit Milch und Wasser in einen Topf geben. Einmal aufkochen lassen, dann bei schräg aufgelegtem Deckel und niedriger Hitze für 25-30 min köcheln lassen, bis das Gemüse gar und weich ist.
  2. Für das Sommergemüse alles waschen und bereitlegen. Aubergine in Würfel mit etwa 1 cm Kantenlänge schneiden. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen, die Aubergine hineingeben und braten lassen. Nun der Reihe nach das restliche Gemüse in Würfel schneiden und nach und nach zugeben, beginnend mit dem, das die längste Garzeit hat: Zunächst die grüne Paprika, dann die Zwiebel, die rote Paprika, die Tomate und zuletzt die fein gehackten Knoblauchzehen. Gelegentlich umrühren.
  3. Wenn alles in der Pfanne ist, etwas gehackten Rosmarin hinzufügen und das Gemüse für weitere 10 min braten lassen. Dann Ajvar und Tomatenmark untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Belieben noch etwas Olivenöl zugeben.
  4. Für den Stampf sollte das Gemüse nun gar gekocht sein. Mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken bis zur gewünschten Konsistenz und mit Muskat, Salz und einem Stich Butter oder Margerine abschmecken.
http://herbs-and-chocolate.de/2017/04/kartoffel-sellerie-stampf-sommergemuese.html

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17Apr/17
Eierlikör-Macarons

Eierlikör-Macarons mit Zartbitterschokolade

Österlicher Eierlikör und Macarons, damit begann es. Nein, eigentlich war der Anfang ein recht spontanes Osterfrühstück mit der lieben Franzi von Kochtherapie. Schon länger wollte sie mich in die Kunst des Macaron-Backens einweisen und der Zeitpunkt erschien günstig, also wurde es mehr als “nur” ein ausführliches Frühstück. Bis zum späten Nachmittag staubten wir uns mit Puderzucker ein, schlugen Eiweiß auf, rührten diverse Crèmes, spritzten kleinere und größere Portionen auf, hantierten mit heißen Blechen, tüfftelten an Geschmackskombinationen, gossen Eierlikör hin und her, versprühten sogar Goldstaub und machten viele, viele Photos. Am Schluss hatten wir ein Blech Eierlikör-Macarons, ein Blech Veilchen-Mascarpone-Macarons, volle Speicherkarten und ein breites Lächeln im Gesicht.

Macarons Goldstaub dekorierenMacarons bestreuen dekorieren

Ich muss gestehen, ich dachte bisher Macarons wären so trocken und spröde wie Baiser (mit dem man mich jagen kann). Nichts da! Sie sollen auf der Zunge zergehen, außen knusprig und innen wunderbar luftig sein und im Idealfall eine hübsche, glatte Oberfläche haben. Ob das klappt hängt von vielen Faktoren ab. Wir hatten beispielsweise etwas zu wenig Eiweiß (105 g statt den gewünschten 120 g), deshalb war unser Teig recht fest, die Macarons sind quasi gar nicht in die Breite gelaufen und nicht ganz glatt geworden. Dem Geschmack tat das aber keinerlei Abbruch und die Konsistenz war phantastisch.

Macaron RezeptEierlikör-MacaronsMacaron RezeptMacaron RezeptMacaron Rezept
Macaron Rezept

Nach diesem Backtag weiß ich: Macarons machen ist gar nicht so schwer, wenn das Ergebnis nicht zu 100 % perfekt sein muss und man Zeit und Geduld hat. Ein bisschen wie beim Brot backen, nur an einigen Stellen verkehrt rum – beim Brot verhindert man, dass sich auf dem Teigling eine Haut bildet und es später im Ofen unten einreißt, beim Macaron will man genau das mit einer Stunde Trockenzeit erreichen. Das Endergebnis lohnt die investierte Arbeit aber auf jeden Fall. Wenn ihr also Lust auf Backen habt, nehmt euch einen Tag Zeit, schnappt euch im Idealfall noch eine Freundin und legt los!

Und das Rezept für die erwähnten Macarons mit Veilchen und Mascarpone? Das findet ihr vermutlich bald auf Kochtherapie – schaut vorbei!

 

Eierlikör-Macarons mit Zartbitterschokolade

Außen knusprig, innen luftig zergehen sie förmlich auf der Zunge und bezaubern mit feiner Süße im Kontrast zur leicht herben Ganache.

Eierlikör-Macarons mit Zartbitterschokolade

Zutaten

für 40-50 kleine Macarons

    Für die Macaron-Schalen:
  • 3 Eiweiß (ca. 120-125 g) auf Raumtemperatur
  • Prise Salz
  • 40 g extrafeiner Zucker
  • schwarze Lebensmittelfarbe (bei uns Wilton Icing Color)
  • 200 g Puderzucker
  • 100 g fein gemahlene, blanchierte Mandeln
  • optional Goldpulver
    Für den Eierlikör-Curd:
  • 2 Eigelb
  • 2 EL Butter
  • 50 ml Eierlikör
  • 1/4 TL Vanilleextrakt
    Für die Ganache:
  • 100 g 80%-ige Schokolade
  • 100 g Sahne (oder Crème Double)
  • Prise Salz

Zubereitung

    Für den Curd:
  1. Alle Zutaten in eine Metallschüssel geben. Über einem Wasserbad (wärmer als zum Schokolade schmelzen, das Wasser darf fast kochen) unter ständigem Rühren zunächst schmelzen lassen, dann weiterrühren und erhitzen bis die Masse anfängt zu stocken wie ein Pudding.
  2. In ein flaches Gefäß füllen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
    Für die Ganache:
  1. Die Schokolade in Stücke brechen und zusammen mit einer Prise Salz in eine Schüssel geben.
  2. Sahne einmal fast aufkochen, dann über die Schokolade gießen und ständig rühren, bis die Schokolade geschmolzen und eine homogene Masse entstanden ist. Auf Raumtemperatur abkühlen lassen.
    Für die Macaron-Schalen:
  1. Die Eiweiße zusammen mit der Prise Salz in eine große Schüssel geben und einmal kurz schaumig schlagen (nicht mehr als schaumig, das geht ganz fix).
  2. Eiweiß nach und nach steifer schlagen, dabei den extrafeinen Zucker teelöffelweise einrieseln lassen. Schließlich sollte das Eiweiß relativ (aber noch nicht komplett) steif sein und die Masse seidig glänzen.
  3. Nun die Lebensmittelfarbe zugeben und mit dem Rührgerät untermischen, bis ein etwas dunklerer Farbton als die letztendlich gewünschte Farbe erreicht ist (denn es kommen ja noch Puderzucker und Mandeln dazu). Bei uns war das ein schönes Steingrau. Der Eischnee ist jetzt schön stabil.
  4. Puderzucker und Mandeln einmal durchsieben, zum Eischnee geben und vorsichtig unterheben, bis ein homogener Teig entstanden ist.
  5. Mit einem Spritzbeutel Kleckse von etwa der Größe eines 2 Euro-Stücks auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen, dabei etwas Abstand lassen - vier bis fünf Reihen pro Blech sind ein guter Richtwert, ihr werdet vermutlich 5-6 Bleche füllen. Mit einem feuchten Teelöffel die Oberfläche der einzelnen Kleckse etwas glätten, falls sich deutliche Spitzen gebildet haben. Danach ist der richtige Zeitpunkt, um Goldpulver aufzusprühen oder andere Deko aufzubringen, die mitgebacken werden soll.
  6. Die Schalen-to-be etwa 1 h lang an der Luft trocknen lassen, bis die Oberfläche nicht mehr richtig feucht ist.
  7. Den Ofen auf ca. 160°C Ober-Unterhitze aufheizen und die Schalen Blech für Blech jeweils ca. 8 min lang backen, bis sie gerade noch nicht oder nur minimal bräunen. Unsere erste Ladung hatte einen leichten Braunton bekommen, was im Endeffekt nach Gold aussah - auch nicht schlecht. Ggf. nach der ersten Fuhre Temperatur oder Backzeit nachregeln.
  8. Ein wenig abkühlen lassen, dann sollten sie sich sehr einfach vom Backpapier lösen lassen. Jeweils zwei Teile ähnlicher Größe nebeneinander bereit legen, damit ihr beim Füllen nicht mehr puzzeln müsst.
  9. Schließlich, wenn alles auf Raumtemperatur abgekühlt ist, mit Spritzbeuteln auf jede untere Macaron-Schale etwas Ganache spritzen, auf die obere Schale etwas Eierlikör-Curd und beide Hälften zusammensetzen.
http://herbs-and-chocolate.de/2017/04/eierlikor-macarons-zartbitter.html

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10Apr/17
Bärlauch-Dip Brezenknödel

Bärlauch-Dip zu gebratenen Brezenknödeln

Die Bärlauchzeit hat begonnen! Ich entschuldige mich hiermit schon mal bei meiner gesamten Umwelt – die nächste Zeit wird es um mich herum häufig Knoblauch-ähnlich riechen. Nur wenige Lebensmittel sind so saisonal wie Bärlauch, also gilt es die Zeitspanne, in der er verfügbar ist, ausführlich zu nutzen. Sie ist nämlich unverschämt kurz, am Wochenende habe ich beim Bärlauch sammeln schon wieder die ersten Blüten entdeckt, die das nahende Ende ankündigen. Also deckt euch ein, solange es noch geht! (Achtung: Bitte geht nur sammeln, wenn ihr genau wisst worauf ihr achten müsst. Ansonsten kauft lieber eine Portion.)

Was macht man nun mit Bärlauch? Alles außer ihn lange zu schmoren, denn dabei verliert er einiges an Aroma. Prädestiniert sind also Pesto und schnelle Nudelgerichte, aber auch über Salat, in Knödeln oder auf einem Flammkuchen macht er sich gut. Und natürlich in einem Dip oder Brotaufstrich, da kann man sich beliebig austoben.

In meinem Fall wanderte er in einen Dip und dazu kam, was eben gerade da war. Eine übrige Kartoffel, etwas Frischkäse und Joghurt, dazu ein wenig Zitronensaft für etwas mehr Säure und das war’s auch schon. Und weil es Sonntag war und alte Brezen vorhanden, gab es dazu Brezenknödelscheiben, die ich in ein wenig Butter knusprig gebraten habe. Dazu noch ein frischer Salat und ein eigentlich ganz simples, aber trotzdem unverschämt leckeres Gericht war fertig. Das wird sicher wiederholt!

Nebenbei, heute gab es schon wieder Bärlauch, im Kartoffelsalat. Und morgen wird es wieder welchen geben, als Pesto im Nudelsalat, und übermorgen vermutlich nochmal Pesto… Bärlauch <3

 

Bärlauch-Dip zu gebratenen Breznknödeln

Ein köstlicher Dip, der die volle Bärlauch-Dröhnung mitbringt. Dazu knusprig gebratene Brezenknödelscheiben - simpel, aber einfach gut.

Bärlauch-Dip zu gebratenen Breznknödeln

Zutaten

für 2 Personen

    Dip:
  • 1 kleine Kartoffel (ca. 65 g)
  • 2 EL Frischkäse
  • 1 EL Joghurt
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • ggf. etwas Milch
  • 6-8 Blätter Bärlauch
  • Salz, Pfeffer
    Breznknödel:
  • 4 Tage alte Brezen in Stücken (ca. 225 g)
  • 200 ml heißes Wasser oder Milch
  • 1 Zwiebel
  • 2 TL gehackte Petesilie
  • 2 EL Kichererbsenmehl (oder 2 Eier)
  • Salz
  • Stich Butter

Zubereitung

  1. Für den Dip Kartoffel in Wasser gar kochen (das dauert ca. 20 min). Abgießen, kalt abbrausen, pellen und in eine Schüssel geben. Anschließend mit einer Gabel gründlich zerdrücken.
  2. Frischkäse, Joghurt und einen kleinen Spritzer Zitronensaft zugeben und verrühren. Wenn der Dip noch cremiger sein soll, gebt einen kleinen Schluck Milch hinzu.
  3. Bärlauch gründlich waschen, anschließend mittelfein hacken und unter den Dip mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  4. Für die Brezenknödel die Brezenstücke in eine große Schüssel geben. Mit heißem Wasser oder heißer Milch übergießen und 10-15 min quellen lassen, dabei gelegentlich umwälzen.
  5. Derweil die Zwiebel abziehen, fein hacken und in etwas Butter glasig dünsten. Sie darf gerne auch leicht bräunen. Zusammen mit der gehackten Petersilie zu den Brezenstücken geben.
  6. 2 EL Kichererbsenmehl mit 4 EL Wasser verquirlen und ebenfalls mit in die Schüssel geben. (Alternativ könnt ihr zwei Eier verwenden.) Alles mit den Händen verkneten, dabei sollten ein Teil der Brezenstücke zerdrückt werden und eine halbwegs formbare Masse entstehen. Mit Salz abschmecken.
  7. Aus dem Knödelteig eine dicke Wurst formen und diese entweder in ein frisches Geschirrhandtuch oder in ein Stück eingeölte Alufolie einwickeln. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, dann die Hitze herunterstellen, bis es nur noch leicht simmert. Die Knödelwurst darin versenken und mit geschlossenem Deckel 20 min lang gar ziehen lassen.
  8. Die Knödelwurst aus dem Wasser heben, auswickeln und kurz ausdampfen lassen. Dann in dicke Scheiben schneiden, diese in Butter knusprig braun anbraten und mit dem Bärlauchdip servieren.

Anmerkung

Das Gericht lässt sich super vorbereiten, denn unmittelbar vor dem Servieren muss nur das Knödel braten erledigt werden.

http://herbs-and-chocolate.de/2017/04/barlauch-dip-gebratene-brezenknodel.html

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02Apr/17
Einfache Mochis mit Anko

Frühjahrsputz und einfache Mochi gefüllt mit Anko

Frühling! Strahlende Sonne, im T-Shirt draußen sitzen, erster Sonnenbrand, Blütenduftwolken, überall zarte grüne Blättchen – es ist wie ein Befreiungsschlag. Wenn die Temperaturen in meine Radl-Wohlfühlzone steigen, die Natur ganz deutlich zum Leben erwacht und das Wetter gut ist, packt mich die Lust auf Frühjahrsputz. Ausmisten, Ballast abwerfen und Platz für neue Lieblinge schaffen. So geschehen in den letzten Wochen auf meinem Balkon, in meinem Kleiderschrank und nun auch hier auf dem Blog. Mit neuem Blogdesign und nach einer Woche Urlaub macht Bloggen gleich wieder doppelt so viel Spaß.

Ja, ich hatte Urlaub und habe einige Tage in Berlin verbracht. Neben der Erkenntnis, dass mir München insgesamt viel besser gefällt, muss ich neidlos anerkennen, dass die Hauptstadt extrem viel zu bieten hat. Auch kulinarisch natürlich. Was ich trotz (oder wegen?) der ganzen Auswahl schon wieder nicht geschafft habe zu probieren sind Mochi, die kleinen japanischen Klebereisbällchen mit ihrer ganz besonderen, elastisch-zäh-weichen Konsistenz. Ich kenne bislang tatsächlich nur meine selbstgemachten – allerdings finde ich die richtig gut und mir wurde gesagt, die Konsistenz sei durchaus originalgetreu.

Mein Rezept selbst ist allerdings nicht gerade traditionell. Faul Ökonomisch wie ich nun mal bin, habe ich die Reiskörner nicht selbst kleingeschlagen, sondern schlicht Klebreismehl verwendet. Und dann die Mikrowelle benutzt, statt den Teig zu dämpfen. Trotzdem, die dabei entstehende Konsistenz ist wirklich faszinierend und kenne ich so von keinem anderen Lebensmittel. Immerhin die süße Bohnenpaste für die Füllung – genannt Anko – habe ich selbst aus Azukibohnen hergestellt, statt sie fertig zu kaufen. Aber wenn bald die ersten guten Erdbeeren da sind, werde ich sicher auch mal die in meine Mochi packen. Die Kombination aus frischen, saftig-süßen Beeren und dem elastisch-weichen, nur leicht süßen Teig außenrum stelle ich mir herrlich vor!

 

Mochi gefüllt mit Anko

Kleine Klebereisbällchen von ganz besonderer Konsistenz, gefüllt mit einer süßen Bohnenpaste.

Mochi gefüllt mit Anko

Zutaten

für 6-8 Mochi

    Anko:
  • 180 g gekochte Azukibohnen (gibt's oft im Asia-Laden oder online bei der Koro-Drogerie*)
  • 2 EL Zucker
  • Prise Salz
    Mochi:
  • 125 ml Klebreismehl (Milliliter, nicht -gramm!)
  • (aus dem Asia-Laden, auf Englisch "glutinous rice flour")
  • 1,5 EL Zucker
  • 125 ml Wasser oder Tee, evtl. 1/4 davon Kokosmilch
  • Rapsöl zum Einfetten
  • Speisestärke zum Arbeiten
  • optional Kokosflocken

Zubereitung

  1. Für das Anko die gekochten Bohnen zusammen mit Zucker und Salz in einen Topf geben. So viel Wasser zugeben, dass alles knapp bedeckt ist.
  2. Einmal aufkochen, dann unter gelegentlichem Rühren für ca. 15 min köcheln lassen, bis die Bohnen zerfallen sind und eine cremige Masse entstanden ist. Beim Rühren sollte jetzt der Topfboden zu sehen sein. Vom Herd ziehen und abkühlen lassen.
  3. Für die Mochi das Klebreismehl mit Zucker und Flüssigkeit nach Wahl gründlich verrühren.
  4. Eine flache, mirkowellenfeste Schale dünn mit Öl einfetten und den Teig hineingießen. In der Mirkowelle bei voller Leistung ca. 3-5 min garen, bis ein klebrig-zäher, nicht mehr flüssiger Teig entstanden ist. Kurz abkühlen lassen, aber noch möglichst heiß weiterverarbeiten.
  5. Die Arbeitsfläche mit Stärke einstäuben, den Teig darauf kippen. Zu einem Rechteck flach drücken, dabei die Oberseite und die Hände mit Stärke bestäuben, damit nichts klebt. Den Teig in 6-8 Stücke teilen.
  6. Jedes Teigstück zu einem flachen Kreis ausbreiten, einen halben Teelöffel Anko in die Mitte geben, den umgebenden Teig mit ein wenig Wasser anfeuchten und zu einer Kugel verschließen.
  7. Jedes Mochi in Stärke oder Kokosflocken wenden und in einer Tupperdose aufbewahren.

Anmerkung

Falls ihr nicht nur Mochi aus dem ganzen Klebreismehl machen wollt: bei Feed me up before you go go gibt es ein Rezept für ihre vietnamesischen Klebereisbällchen-Brüder, die in Wasser gekocht werden.

http://herbs-and-chocolate.de/2017/04/schnelle-mochi-anko-bohnenpaste.html

*) Affiliate-Link. Falls ihr hierüber bestellt, bekomme ich eine kleine Provision. Lieben Dank dafür! Für euch bleibt der Preis unverändert. 

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11Mar/17
Schnelles Sauerteigbrot

“Mal schnell”-Sauerteigbrot

Schnell und gutes Brot? Was für ein Widerspruch! Jeder Hobbybäcker wird bestätigen, dass Backen einfach Geduld braucht. Natürlich geht es theoretisch auch weniger zeitintensiv, vor allem mit größeren Mengen Hefe, sodass man Sauerteig oder Hefe-Vorteig einspart. Aber guter Geschmack kommt am einfachsten durch Warten – man denke nur an das köstliche Pain à l’Ancienne, das mal eben 4 Tage im Kühlschrank ruht und dabei wirklich phantastische Aromen entwickelt.

Nun kommt es aber durchaus vor, dass die letzte Scheibe Brot gegessen wird und man spontan neues Brot braucht. Und keine Zeit hat über 24 h und länger Sauer- und Hauptteig ruhen zu lassen. Das Problem hatte ich kürzlich ganz akut. Also habe ich ein spontanes Sauerteigbrot gebastelt, das erstaunlich gut geworden ist. Nein, das Aroma kommt nicht an so tolle Brote heran wie beispielsweise das Neudorfer Sauerteigbrot, bei dem zweierlei Sauerteige mit Geduld hochgezüchtet werden und schließlich der fertige Teigling nochmal eine Nacht im Kühlschrank ruhen darf. Aber trotzdem schmeckt dieses 6 h-Brot auf jeden Fall besser als ein übliches Supermarktbrot.

Beschleunigt wird der ganze Prozess durch eine große Menge Anstellgut, damit der Sauerteig zeitnah reif ist, und die Unterstützung von Hefe. Ein Brühstück aus Haferkleie bringt zusätzlich Feuchtigkeit und Geschmack hinein. Das Resultat ist mild-säuerlich und schmeckt durch die Kleie trotzdem recht rustikal. Es reizt mich von diesem Brot auch mal eine “slow”-Variante zu machen, mit weniger Anstellgut, ohne Hefe und dafür vielleicht eine Übernachtgare im Kühlschrank, um noch mehr Aromen herauszukitzeln… Mal sehen. Aber beim nächsten Brot-Notfall werde ich auf jeden Fall wieder auf dieses Rezept zurückgreifen.

 

Schnelles Roggenmischbrot mit Haferkleie

Ein saftiges Roggenmischbrot mit viel Vollkorn und Haferkleie-Brühstück, das sich innerhalb weniger Stunden zubereiten lässt.

Schnelles Roggenmischbrot mit Haferkleie

Zutaten

für einen Laib

    Sauerteig
  • 45 g Anstellgut (Roggensauer)
  • 100 g warmes Wasser (ca. 38°C)
  • 85 g Roggenvollkornmehl
    Brühstück
  • 50 g Haferkleie
  • 200 g kochendes Wasser
    Hauptteig
  • Sauerteig
  • Brühstück
  • 200 g Weizenvollkornmehl
  • 150 g Weizenmehl 405
  • 110 g Wasser (ca. 38°C)
  • 3,3 g Trockenhefe
  • 12 g Salz

Zubereitung

  1. Für den Sauerteig Anstellgut mit Wasser vermischen, dann das Mehl unterrühren. Abdecken und 2 h lang bei kuschelig warmer Temperatur (30-35°C) reifen lassen.
  2. Für das Brühstück Haferkleie mit kochendem Wasser übergießen, umrühren und abgedeckt auf ca. Raumtemperatur (oder etwas wärmer) abkühlen lassen. Bei mir knapp 2 h.
  3. Für den Hauptteig alle Zutaten gründlich miteinander verkneten, von Hand ca. 10 min lang. Der Teig ist jetzt noch recht klebrig. Bei etwas mehr als Raumtemperatur (gut 30°C kommen etwa hin) für 2 h gehen lassen, dabei nach immer jeweils 30 min dehnen und falten. Während dieser Zeit sollte der Teig merklich geschmeidiger werden, bleibt aber leicht klebrig.
  4. Rundwirken, mit Schluss nach unten in ein Gärkörbchen setzen und nochmal 1,5 h gehen lassen. Die letzte halbe Stunde den Ofen inklusive einem Blech auf 270°C Ober-Unterhitze (oder 250°C, falls mehr nicht geht) vorheizen.
  5. Schließlich den Teigling auf einen Einschieber stürzen, mit Schluss nach oben und ordentlich Schwaden einschießen. Nach 10 min Backzeit den Schwaden ablassen und die Temperatur auf 210°C senken und das Brot weitere 35 min lang fertig backen.

Anmerkung

Eine Erklärung der wichtigsten Begriffe und der grundsätzlichen Vorgehensweise beim Brot backen, findet ihr in meinem persönlichen Einmaleins der Sauerteigbäckerei.

http://herbs-and-chocolate.de/2017/03/mal-schnell-sauerteigbrot.html

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